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Historie
Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wohldorf

Als sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in unseren Dörfern die alten Bindungen innerhalb der dörflichen Gemeinschaft auflösten und die sozialen Strukturen in einen Prozess der Umwandlung gelangten, sollte es sich zeigen, dass die alten Formen des Brandschutzes und der Brandhilfe nicht mehr ausreichten. Ein aufrüttelndes Alarmzeichen bot das Schicksal der Stadt Hamburg in den Maitagen des Jahres 1842, als während des "großen Hamburger Brandes" ein drittel der Stadt in Schutt und Asche gesunken war. Bis zu jener Zeit hatte es in Deutschland bis auf zwei Ausnahmen nur Pflichtfeuerwehren gegeben. Das Hamburgerische Brandunglück wurde zum Anlass, in Durlach bei Karlsruhe ein freiwilliges Pompierkorps aus Turnern zu gründen.

Nach dem süddeutschen Beispiel kam es dann auch zur Aufstellung freiwilliger Feuerwehren in Norddeutschland. Angeregt durch die Gründung der ersten Feuerwehren auf freiwilliger Basis im Kreise Stormarn, sind wohl auch damals die alten Mitglieder der Brandwehren in Wohldorf und Ohlstedt zu dem Entschluss gekommen, eine freiwillige Feuerwehr in jedem der weit voneinander entfernt liegenden Ortsteile zu gründen. Wohldorf und Ohlstedt waren seit dem Jahre 1872 zu einer politischen Gemeinde zusammengeschlossen worden. Daher wurde die Zusammengehörigkeit der beiden neu zu gründende Wehren auch rein äußerlich dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die zwei Wehren "Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Wohldorf und Ohlstedt" genannt wurden und - jedenfalls in der ersten Zeit ihres Bestehens - sich "Spritze I" (Ohlstedt) und "Spritze II" (Wohldorf) nannten. Später fiel diese Unterscheidung weg, und man sprach nur noch von der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt und der Freiwilligen Feuerwehr Wohldorf.

Gründung:

Im Wohldorfer Lokal von Hermann Heinz kam man zusammen "zwecks Organisierung einer Freiwilligen Feuerwehr". 3 Männer, welche sich schon in Ohlstedt gemeldet hatten, wechselten nun, da sie in Wohldorf wohnten, in die neue Wehr über. So das die "Spritze II" (Freiwillige Feuerwehr Wohldorf) am 23.04.1894 gegründet wurde.

Bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wohldorf wirkten 16 Mitglieder bei. Aus dem alten erhalten gebliebenen Protokollbuch erfahren wir die Namen der Gründungsmitglieder. Im Jahre 1894 gehörten der Wehr an: Friedrich Ramm, Johs. Ströh, Eduard Steinbrenner, Claus Greve, Heinrich Langbein, Hinr. Naefken, Albert Bennewitz, Karl Willhöft, Hinr. Reichhold, Wilh. Starkjohann, Wiliam Busch, August Schmidt, Wilh. Rheinländer, Wilh. Husfeldt, Herm. Kuhrt und Joach. Timmermann. Zum Kommandeur wurde Johannes Ströh, zum Vize-Kommandeur Friedrich Ramm und zum Schriftführer Wilhelm Rheinländer gewählt.

In den ersten Jahren des Bestehens traf man sich im Durchschnitt 6-10-mal im Jahr. Bei dieser Gelegenheit abgehaltenen Übungen mit Spritze I (Freiwillige Feuerwehr Ohlstedt) und Spritze II umfassten neben den Spritzübungen mit und ohne Wasser auch das "Fußexerzieren", so wie es damals in einer zackigen Wehr im wilhelminischen Zeitalter üblich war. Lehrgänge wurden beim Feuerwehramt in Hamburg abgehalten.

Neben der Ausbildung kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Der alljährlich stattfindende Feuerwehrball war von der Gemeinde immer gut besucht. Es war üblich geworden, dass die Wohldorfer an den Veranstaltungen der Ohlstedter und Duvenstedter und umgekehrt teilnahmen. Man kam bei Bonn (Wohldorf-Ohlstedter Hof im Mehlhopweg), bei Bocks Witwe, Duvenstedter Triftweg, im Hotel Zur Schleuse oder anderen bekannten Wohldorfer und Ohlstedter Gaststätten zusammen.

Musikkapelle:

Zu allergrößter Beliebtheit, vor allem unter der Jugend Wohldorfs und Ohlstedts, gelang die Feuerwehr durch Ihre Musikkapelle, die bei allen öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde in Erscheinung trat. Die Kapelle hatte schon im Jahre 1895 bestanden, denn im Wohldorfer Protokoll heißt es über den Musiker Julius Schilling, er habe "bisher unsere Corps-Musiker unentgeltlich unterrichtet". älteren Wohldorfern und Ohlstedtern ist sicherlich die Mitwirkung der Feuerwehrkapelle im Jahre 1927 beim Richtfest und 1928 bei der feierlichen Einweihung des Wohldorfer und Ohlstedter "Rathauses" in bester Erinnerung geblieben. Nach dem letzen Kriege ist die Kapelle nicht wieder neu gegründet worden.